Plastik Edukation – Aufklärungsarbeit gegen vermüllte Weltmeere

Daniel Bichsel, Anna Neubauer · 7 min · 04.06.2018

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Der Gedanke, dass ich in Zukunft selbst einmal in die Welt der Ozeane eintauche, war für mich unvorstellbar, da ich weit weg vom Meer groß geworden bin. Wenn ich jetzt zurückblicke, bin ich dankbar und bekomme eine Gänsehaut, wenn ich daran denke, was ich alles erlebt und umgesetzt habe. Inzwischen nehme ich Menschen mit in die Unterwasserwelt. Ich bringe ihnen das Freitauchen bei, das Tauchen mit nur einem Atemzug, um die Schönheit und die Geheimnisse dort selbst zu entdecken. Auf unseren SilenceJoyFreedom Segelreisen erkunden wir mit unseren Gästen die faszinierende Unterwasserwelt des Mittelmeers. Jedes Mal, wenn wir wieder auftauchen, kommen wir mit neuen Erfahrungen zurück an die Oberfläche, die uns inspirieren und unser Leben auf diesem wundervollen Planeten in einem wertschätzenden Licht erscheinen lassen. Wir werden daran erinnert, wie lebendig unser Planet und wir selbst sind.

Inzwischen begegne ich auf meinen Tauchgängen immer häufiger einer anderen „Lebensform“ – Müll, und insbesondere dem aus Plastik. Es vergeht kaum noch ein Tauchgang, bei dem ich nicht mit der Vermüllung unserer Meere konfrontiert werde. Besonders auffällig ist die große Menge an Plastik, das nur einmal benutzt wird. Ist wirklich bald mehr Plastik im Ozean als Fisch, wie es immer öfter zu lesen ist? Der Plastikkonsum steigt und gleichzeitig werden die Fischbestände ausgebeutet – da braucht man nicht unbedingt wissenschaftliche Belege um zu bemerken, dass etwas hier etwas nicht stimmt.“

Das Plastik im Meer, das ist doch so weit weg! Und ja, über 90% des Plastikmülleintrags in den Weltmeeren wird durch Flüsse in Asien in die Ozeane gespült. Doch auch wir tragen dazu bei, denn auch unsere Flüsse enden irgendwann im Meer. Und neben dem großen Plastik, ist es vor allem das Mikroplastik, also Partikel unter 5 mm, die sich immer mehr anreichern. Doch warum stört das Plastik so sehr? Was macht es schlimmer als die Glasflasche oder den Pappkarton?

Die Antwort auf diese Frage lautet: Die enorm lange Abbauzeit! Und der Zerfall in das gefährliche Mikroplastik. Was größere Plastikteile anstellen, ist einfach zu beobachten und löst schnell Schrecken aus: Der Strohhalm aus dem Cocktail findet sich in der Nase einer Schildkröte wieder, die Plastiktüte, dient als neues Gewand für Meerestiere. Dazu kommt, dass viele Tiere das Plastik mit Nahrung verwechseln und daran verhungern. Doch noch gemeiner ist das Mikroplastik. Es fördert das Wachstum und die Verbreitung von Mikroben, die das herumtreibende Plastik als Wohnort lieben. Außerdem siedeln sich neben den Mikroben Giftstoffe dort an und treiben ebenfalls ohne Grenzen weite Strecken umher.

Und hier ist der traurige Witz an unserer verschwenderischen Art mit Plastik umzugehen, es landet wieder bei uns! Der Fisch ist mit Mikroplastik und daran haftenden Giftstoffen angereichert und landet bei uns auf dem Teller. Das Trinkwasser enthält die Mini-Faserabbrüche der letzten Wäsche der geliebten Fleece-Jacke und löst bei uns Immunreaktionen und Entzündungen aus.

Es ist Zeit, etwas zu tun, Zeit für ein Umdenken und Zeit, dass wir handeln. Natürlich kann und sollte jeder bei sich selbst anfangen, egal ob wir am Meer leben oder in einer Stadt wie Freiburg oder Zürich. Doch wir müssen auch größer Denken. Durch unzählige Aktivisten und Forscher ist das Problem nun auch in der Presse vertreten und wird aktiv vom Europaparlament diskutiert. Viele Regierungen setzen Verordnungen auf, um den Wahnsinn des Einmal-Plastik-Konsums einzudämmen. Für uns persönlich bedeutet dies das Aktiv-Werden mit unserem Projekt „Plastik Edukation“. Wir, das sind Daniel Bichsel und Anna Neubauer, haben uns durch ein glückliches Schicksal getroffen und beschlossen, nicht länger untätig zu sein. „Plastik Edukation“ ist ein Vortrag, mit dem wir die Menschen erreichen wollen, ihnen von der Schönheit der Unterwasserwelt erzählen, von den katastrophalen Folgen der Vermüllung berichten, zeigen wie kreative und Mut machende Initiativen gegründet wurden und am allerwichtigsten, unsere Zuhörer ermuntern, mit kleinen Schritten bei sich selbst anzufangen, sich den bestehenden Aktionen anzuschließen und ihre eigenen neuen Ideen umzusetzen. Denn nur wenn wir gemeinsam handeln, können wir es schaffen, die Welt, die wir so lieben in ihrer Schönheit zu erhalten!

In unserem Vortrag am Mittwoch, 13. Juni, am Impact Hub Zürich (Colab) kannst du mehr darüber erfahren, wie sich dieses in unseren Weltmeeren angesammelte Plastik auf uns auswirkt, wie andere gegen die Vermüllung aktiv werden und was man als Einzelperson tun kann.

 

Daniel Bichsel (38) ist Umweltaktivist, Freitauchlehrer und Coach aus Freiburg im Breisgau. Mit seinem Projekt Unterwasserwelten setzt er sich aktiv für den Gewässerschutz ein, indem er junge Menschen zu Botschaftern für die Unterwasserwelt ausbildet. Darüber hinaus bringt er wasserbegeisterten Menschen das Tauchen mit nur einem Atemzug bei und unterstützt engagierte Querdenker, nachhaltige ...

Daniel Bichsel, Umweltaktivist, Freitauchlehrer und Coach – Projektinitiant Unterwasserwelten

Anna Neubauer (27) arbeitet als Doktorandin an der Universität Zürich im Bereich der molekularen Pflanzenbiologie, schaut aber gerne auch über den Tellerrand hinaus. Sei es foodsharing oder Umweltschutz in vielen Bereichen, Anna ist dabei und setzt sich aktiv bei der Initiierung und Umsetzung von Projekten ein.



Anna Neubauer, Doktorandin UZH, molekulare Pflanzenbiologie

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