Failing Forward: Wie leben wir unsere Prinzipien?

Beat Seeliger · 7 min · 08.11.2016

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Im September hat sich das Team vom Impact Hub Zürich speziell dem Prinzip Failing Forward (oder Prototyping) gewidmet. Darunter verstehen wir ein Vorgehen das von Eric Ries im Buch “The Lean Startup” als Lern-Zyklus beschrieben wird: anstatt ein Produkt oder eine Dienstleistung möglichst perfekt auf den Markt zu bringen, testen wir unsere Annahmen über die Bedürfnisse von Kunden mit möglichst vielen einfachen Experimenten.

Für ein solches Experiment kann je nach Idee beispielsweise ein Fragebogen, eine einfache Website oder eine Zeichnung der Produktidee eingesetzt werden. Wichtig ist, dass man sich nicht zu früh auf eine Idee festlegt, sondern sie immer Feedback von realen Kunden einholt. Als Treiber einer neuen Idee zielt man auf positives Feedback ab – bis hin zur Suggestion. Für eine erfolgreiche Produktentwicklung ist aber Kritik und negatives Feedback fast noch wichtiger.

 

We build, fail, learn – and repeat.

 

Anhand negativem Feedback können wir früh in der Entwicklung unsere Produktvision anpassen und viel Arbeit und Geld sparen. Weil dieses vermeintliche Scheitern für Unternehmer so wertvoll ist heisst einer der sechs Werte im Co-Manifesto “Failing Forward”.

 

Persönliche Erfahrung mit “failing forward”

Zu meinen persönlichen Zielen als Unternehmer hat es schon früh gehört, ein Produkt erfolgreich zu lancieren. Als Programmierer sollte einem dies eigentlich auch einfach gelingen: Alles was man dazu braucht ist eine Idee, Internet und Kaffee. Ideen sind bekanntlich günstig, und so habe ich schon viel Software produziert.

… welche nie vom Markt akzeptiert wurde. Hätte ich früher mit potentiellen Kunden gesprochen, wäre mir viel Arbeit und Frustration erspart geblieben. Dasselbe gilt übrigens für einige Projekte, welche ich im Auftrag von Kunden umgesetzt habe.

Heute ist es mir wichtig, auch noch so motivierende Geschäfts-Ideen immer wieder zu hinterfragen und meine Annahmen möglichst früh mit Benutzern zu validieren. Durch diese Systematik blieb mir viel Frust erspart und ich konnte mithelfen einige erfolgreiche Produkte und Dienstleistungen zu lancieren.

 

Wie haben wir das bisher umgesetzt?

Im Hub versuchen wir dieses Prinzip konstant in unsere Arbeit zu integrieren.

Failing Forward (2)

 

Wenn wir mit Startups zusammen arbeiten ist es uns wichtig, dass sie Ihr unternehmerisches Risiko möglichst tief halten und ihre knappen Ressourcen so effizient wie möglich einsetzen.

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In der Schweiz wird Scheitern meist als etwas durchwegs Negatives angesehen. Die Veranstaltungsreihe “Fuckup Nights” versucht diese Haltung mit persönlichen Beispielen zu hinterfragen. Im Hub findet diesen Monat die grösste Schweizer Fuckup Night statt.

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Wie weiter?

Im Impact Hub werden täglich neue Geschäftsideen geboren. Ob kommerziell oder nicht-kommerziell: Viele scheitern, einige wenige beweisen sich erfolgreich am Markt. Dank der täglichen Arbeit mit Gründern haben wir uns viel Wissen angeeignet, wie Ideen erfolgreich umgesetzt werden können und unter welchen Umständen man eine Idee besser aufgibt. Die Theorie und die optimalen Vorgehen dafür werden seit einiger Zeit unter dem Schlagwort “Lean” erforscht. Der Impact Hub bietet zusammen mit seinen Mitgliedern Workshops für Produktentwicklung nach diesem Vorgehen an. Wir hoffen damit unseren Beitrag zur besseren Produktentwicklung in der Schweiz und vielleicht sogar zu einem Kulturwandel zu leisten – damit jedes Scheitern in Zukunft als wichtiger Schritt zum Erfolg gesehen werden kann.

 

Beat Seeliger has been at Panter Ltd. since 2005. As a co-owner he is responsible for strategic planning, business development, acquisition and realisation of projects. His duties also include community building, quality assurance and testing. He cofounded Colab Zurich, is responsible for the Tech Community at Impact Hub and teaches at the Zurich University of Applied Sciences.



Beat Seeliger, Tech Community, Member of the Board

seb@panter.ch

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