Community First: Impact Hub Zürich 3.0 als hybride Organisation

Christoph Birkholz · 10 min · 10.07.2018

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ZUSAMMENFASSUNG

Seit dem Zusammenschluss von Colab und Impact Hub ist viel geschehen. Inzwischen gibt es fünf und möglicherweise bald sechs Impact Hubs in der Schweiz. Der Impact Hub Zürich ist mit gut 1’000 unternehmerischen Mitgliedern und vier Standorten, darunter das Gemeinschaftsprojekt „Kraftwerk“, zum grössten Impact Hub der Welt gewachsen. Das Team hat sich entsprechend stark vergrössert und einige der damaligen Gründer sind heute nicht mehr operativ aktiv. Die letzten Jahre – und vor allem 2017 – waren sehr turbulent mit Höhepunkten, wie der Eröffnung des Kraftwerks oder dem Aufbau des Kickstart Accelerators und echten Tiefpunkten, wie mehrerer Burnouts im Team. Mit all den neuen Projekten und Aktivitäten haben das Co-Manifesto und vorallem die Community nicht mehr die Aufmerksamkeit erhalten, die sie benötigen.

Impact Hub Zürich 3.0 soll dies ändern: Mit dem neuen Strategiefokus „Community First“ hat die Community wieder oberste Priorität im Impact Hub. Die Impact Hub Member werden in der Governance mit eingebunden und wir schaffen Transparenz über den Impact Hub Zürich Verein und die AG, die neu als hybride Organisation im Sinne des Co-Manifestos und den Zielen zur nachhaltigen Entwicklung der Vereinten Nationen („SDGs“) aufgestellt werden.

Der Verein Impact Hub Zürich ist neu mit 5% an der Impact Hub Zürich AG beteiligt, bei der neben der Gründer noch 10% für weibliche Führungskräfte aus dem Team reserviert sind. Die Community und die Mitarbeitenden des Impact Hubs wählen Vertreterinnen für die Mitgliederversammlung des Vereins, der die Community organisiert und als Förderverein weiterbesteht, sowie den Verwaltungsrat der AG, die die operativen Aktivitäten des Impact Hubs durchführt. Die neue Struktur ermöglicht es Teammitgliedern und Mitstreitern, Spin-offs und Startups – ob non-profit oder for-profit – aufzubauen, bei denen der Impact Hub beteiligt ist und die Umsetzung des Co-Manifestos und der SDGs garantiert. Vor allem ermöglicht Impact Hub Zürich 3.0 die Fokussierung auf die Community für viele kollaborative Projekte, einzigartige Coworking-Angebote, einmalige Events, inspirierende Räumlichkeiten und einladende Gastronomie. Daneben entstehen dynamische Spin-offs, die innovative Produkte und Dienstleistungen für eine nachhaltige Wirtschaft und Gesellschaft entwickeln.

 

START WITH WHY

Nach Impact Hub 2.0 folgt 3.0

Die Zeit steht niemals still – und das ist auch gut so! Während sich unser Umfeld in Zürich verändert, hat sich auch innerhalb des Impact Hub Zürich einiges getan, allen voran Folgendes: wir sind gewachsen! Unsere Community ist auf mittlerweile über 1000 Mitglieder angestiegen, die nun an vier verschiedenen Orten, inklusive des Gemeinschaftsprojekts „Kraftwerk“, und in zwei Cafés in Zürich coworken können. Dementsprechend hat sich auch unser Team vergrössert und unser Angebot diversifiziert. In der Schweiz gibt es Impact Hubs inzwischen in Zürich, Genf, Bern und Lausanne, schon bald in Basel und womöglich auch in der Sonnenstube.

Eine grosse Veränderung innerhalb des Impact Hub Zürich war der Generationenwechsel in 2017. Einige ehemalige Gründer haben sich aus dem operativen Geschäft zurückgezogen und sind ins Advisory Board gewechselt und die Entscheidungs- und Eigentumsverhältnisse des Impact Hub Vereins und der Impact Hub Zürich AG wurden angepasst. Diese Veränderungen haben neue Möglichkeiten eröffnet, unsere Strategie zu überarbeiten und der neuen Situation anzupassen.

 

Aber zuerst mal: warum?

Der Impact Hub Zürich wurde 2010 als Verein gegründet (The Hub Zurich Association), um Sozialunternehmertum zu fördern und den „Inkubator“ Impact Hub Zürich zu betreiben. Als nach dem Zusammenschluss mit dem Colab neue Aktivitäten hinzukamen, allen voran Dienstleistungen für Unternehmen, gründeten wir die Impact Hub Zürich AG – dies jedoch ohne formale Verbindung zum Verein und vor allem kaum transparent für Aussenstehende. Für uns MitarbeiterInnen wurde die Struktur zunehmend komplexer und entsprach immer weniger den Aktivitäten sowie den unterschiedlichen Engagements der beteiligten Personen. Eigentlich haben uns die Veränderungen schon länger unter den Fingernägeln gebrannt, denn nicht nur die bisherige Struktur, die Governance und die Aktivitäten des Impact Hub Zürichs waren nicht mehr im Sinne des Co-Manifestos – sondern auch die Kultur und die Gesundheit im Team:

Die letzen zwei Jahre waren intern geprägt von strukturellen Unklarheiten, nicht eindeutigen Rollenverständnissen und Verantwortungszusteilungen, und kaum Transparenz bezüglich Entscheidungswegen, was zu einer starken Belastung des Teams und leider auch zu mehreren Burnouts geführt hat. Vom Prinzip „truly regenerative“ konnte also nicht die Rede sein. Hinzu kam ein rein männliches Führungsteam, welches die Diversität im Team nicht widergespiegelt hat und wofür der Impact Hub Zürich nicht stehen möchte. Wir waren im Team irgendwie selbst nicht mehr „100% human“. Und die Community hatte nur selten die Chance, sich in Entscheidungen einzubringen. Es fehlte an der Umsetzung von „me, us, all of us“.

Die strukturellen und strategischen Veränderungen rund um IHZ 3.0 sowie eine transparente Kommunikation mit Team, Community und Partnern sollen eine Chance sein, das Co-Manifesto wieder stärker zu leben und als Vorbild voran zu gehen.

 

Neue Strategie: Community First

Nach einer Anfangsphase als IHZ 1.0, in der Community, Coworking und Fellowships im Fokus des Impact Hub Zürich lag, und einer Wachstumsphase als IHZ 2.0., in der vor allem Partnerschaften mit Grossfirmen und grössere Räumlichkeiten auf der Agenda standen, haben wir nun gemeinsam im Team entschieden, eine “Community First” Strategie zu verfolgen. In dieser Phase steht die Community und unser Angebot für unsere Mitglieder (z.B. Events, Coworking Spaces, Gastro etc) nun wieder im Zentrum unserer Aufmerksamkeit. Mit den zusätzlichen Aktivitäten wie Stride, Summerpreneurship, Factory oder Kickstart Accelerator bieten wir nun die Möglichkeit für Team-Mitglieder, diese als UnternehmerInnen in Impact Hub Spinoffs auf- und auszubauen.

 

 

IHZ 3.0 beschreibt die dritte Phase des Impact Hub Zürich nach 1.0 Gründung & Aufbau und 2.0 Colab-Fusion & Ausbau.

Und um dieser Strategie gerecht zu werden, steht auch ein Re-Organisation des Teams an.

Der bestehende “Hub Innovation Circle”, der sich auf Corporate Partnerships konzentriert hat, wird aufgelöst und die Mitarbeiter neu als Community Builder übernommen.

 

 

IMPACT HUB ALS HYBRIDE ORGANISATION

Transparenz und Mitentscheidung für die Community

Um in Entscheidungen partizipieren zu können, muss erst einmal Transparenz bestehen. Entsprechend bedeutet „Community First“ für uns auch, die Strategie, Strukturen und Entscheidungs- sowie Besitzverhältnisse des Impact Hubs transparent zu kommunizieren. Wir setzen „no hidden agenda“ konsequent um.

 

Impact Hub Zürich Verein:

Im Sinne von „Community First“ macht die Community den Kern des Impact Hubs aus. Sie ist im gemeinnützigen Verein Impact Hub Zürich organisiert, der einerseits rechtlich als Vertragspartner für die Mitglieder des Impact Hub Zürich dient, und andererseits als Förderverein gemeinnützige Projekte im Sinne des Vereinszwecks und im Rahmen der Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen fördert.

Die Community wird neu eine Vertreterin oder einen Vertreter wählen, die bzw. der als „Voting Member“ eine Stimme in der Vereinsversammlung erhält, um auf höchster Entscheidungsebene mitwirken zu können. Ebenfalls neu ist, dass alle anderen Impact Hub Mitglieder als Vereinsmitglieder ohne Stimmrecht an den Vereinsversammlungen teilnehmen und mitdiskutieren dürfen und Einsicht in die Entscheidungen und Finanzen des Vereins haben. Neben den Gründern wird neu auch eine Stimme in der Vereinsversammlung vom Impact Hub Zürich Team gewählt. Gemeinsam wählt die Vereinsversammlung den Vereinsvorstand, welcher die Aktivitäten des Vereins gemäss dem Vereinszweck – der bleibt unverändert – verantwortet.

Die Community und das Team wählen jeweils eine Vertreterin oder einen Vertreter in die Vereinsversammlung.

 

Impact Hub Zürich AG:

Die Impact Hub Zürich AG, die neu im Sinne einer B-Corp geführt wird, übernimmt zukünftig die operativen Aufgaben des Impact Hubs. Sie bietet Community Dienstleistungen und Events, verantwortet den Betrieb und Vermietungen der Räumlichkeiten und betreibt die gastronomischen Angebote des Impact Hubs. Als Dienstleisterin für den Verein geniesst sie kein Exklusivrecht, sondern muss top Qualität zu fairen Preise bieten. Die Impact Hub Zürich AG vertritt auch die Stimme des Impact Hubs in den Spinoffs wie den Vereinen Futurepreneurship (ehem. Summerpreneurship) und Stride, und kann sich an Neugründungen wie der reverse AG (ehem. Factory) oder der Kickstart Accelerator AG (noch zu gründen) beteiligen.

„Community First“ gilt natürlich auch für die Impact Hub Zürich AG. Die Vertretungsperson der Community wird in den Verwaltungsrat gewählt und auch das Team wählt eine/n Vertreter/in in den Verwaltungsrat. Daneben sind die vier noch im Impact Hub Zürich aktiven Gründer, Beat, Christoph, Jorgo und Martin im Verwaltungsrat.

Die von der Community und dem Team gewählten Personen sind ebenfalls im Verwaltungsrat der Impact Hub Zürich AG vertreten.

Somit ist der Impact Hub Zürich zu einer formellen, hybriden Organisation geworden, wobei die Zusammenarbeit zwischen dem Verein und der AG mittels Verträgen festgehalten wird.

Der Verein hält weiterhin alle Memberships mit der Community während die AG den Betrieb der Spaces etc. übernimmt.

 

Die vier Gründer halten mit insgesamt 80% die Mehrheit an der Impact Hub Zürich AG, wobei die übrigen 20% folgendermassen aufgeteilt sind: 1% hält Janine als ehemalige Gründerin des Colab, je 2% halten Michel und Niels als ehemalige Impact Hub Zürich Gründer, 5% hält der Impact Hub Zürich Verein und 10% sind noch für neue Miteigentümerinnen reserviert, um auch bei den Besitzverhältnissen eine bessere Balance der Geschlechter zu gewährleisten.

 

Die Eigentumsverhältnisse der Impact Hub Zürich AG (CB = Christoph Birkholz, BS = Beat Seelinger, GK = Georgios Kontoleon, MM = Martin Mächler)

 

Klingt noch etwas kompliziert? Ist es aber nicht (s. Zeichnungen). Mit Impact Hub Zürich 3.0 entsteht eine moderne, hybride Organisation, deren Fokus auf der Impact Hub Zürich Community liegt und die im Sinne des Co-Manifestos und der Sustainable Development Goals geführt wird. Die Community und das Team entscheiden auf höchster Ebene mit – sowohl im Verein, der die Beziehungen zu den Impact Hub Mitgliedern hält, als auch in der AG, die die operativen Aktivitäten durchführt.

Mit Impact Hub Zürich 3.0 möchten wir ein echtes Vorbild für eine nachhaltige Wirtschaft und Gesellschaft schaffen. Wir freuen uns auf den Dialog und die Weiterentwicklung. Die ersten Gedanken von Impact Hub 4.0 kreisen bereits 😉

 

EURE CHANCE – EUER VOTE!

Bis Ende Jahr 2018 soll die Impact Hub Zürich AG ein funktionierendes, diverses Verwaltungsrats Gremium erhalten. Dazu gehören auch die neu gewählten Team und Community Vertreter.

 

Nun seid ihr gefragt! Schlagt über folgendes Formular eure Kandidatinnen/Kandidaten für die Community Vertretung vor. Folgende Kriterien für die vorgeschlagenen Personen sollten dabei beachtet werden:

  • Board oder Management Erfahrung in einem mittleren/grossen Unternehmen
  • Betriebswirtschaftliche Kenntnisse
  • möchte Mitglied der IH Community werden (oder ist es bereits)
  • Zeitbudget für Board Tätigkeit vorhanden (~2h / Monat)
  • Möchte die Rolle für die nächsten 2 Jahre ausführen
  • Kann die gewünschten Aufgaben gemäss OR erfüllen
  • Teamfit mit den aktuellen Verwaltungsratsmitgliedern muss gegeben sein

 

Der Verwaltungsrat der Impact Hub Zürich AG wird voraussichtlich alle drei Monate tagen. Für das Mandat ist eine Aufwandsentschädigung vorgesehen.

Für die Wahl ist folgender zeitlicher Ablauf geplant: Im Juli und August 2018 werden die Kandidaten von der Community vorgeschlagen, im September und Oktober 2018 werden die genannten Kandidaten vom Impact Hub Zürich Team gescannt (auf Erfüllung der Kriterien). Danach erfolgt im November 2018 die Wahl durch die Community. Und der gewählte Vertreter der Community wird am nächsten TownHall im Dezember 2018 bekannt gegeben.

Vielen Dank für eure Co-Creation der Zukunft des Impact Hubs Zürich!

 

3 Responses

Dr. Christoph Birkholz (34) is an entrepreneur based in Zurich, Switzerland. He is a co-founder and managing director of Impact Hub Zürich, the largest Hub in a global network of over 100 Impact Hubs. He also founded and directs Kickstart Accelerator, one of the world’s leading programs to accelerate partnerships between deep tech startups, corporates, universities and cities. Christoph is a...

Christoph Birkholz, Business Development

3 responses to “Community First: Impact Hub Zürich 3.0 als hybride Organisation”

  1. Fuchs says:

    Schöne Sache: Vier Männer übernehmen einen auf Freiwilligenarbeit basierenden gemeinnützigen Verein, machen daraus eine gewinnorientierte Aktiengesellschaft und weitere Subunternehmungen und verdienen sich dumm und dämlich.

  2. Hallo Fuchs

    Danke für den Kommentar, der allerdings eine sehr verzerrte Perspektive vermittelt. Ich versuche mal eine Antwort Punkt für Punkt. Wir würden Dich darüber hinaus gerne zum persönlichen Gespräch einladen, um Impact Hub Zürich 3.0 (gerne auch kritisch) mit Dir diskutieren zu können. Melde Dich gern bei mir unter christoph.birkholz@impacthub.ch.

    “Vier Männer” – Der Impact Hub Zürich wurde von vier Männern gegründet und auch über viele Jahre kontrolliert (durch sehr weite Kompetenzen im Vereinsvorstand). Mit den beschriebenen Veränderungen sind sowohl der Impact Hub Zürich Verein wie auch die Impact Hub Zürich AG nicht mehr in rein männlicher Kontrolle. Beide Geschlechter sind, anders als früher, in alle Gremien (Voting Member, Vorstand, Aktionariat, VR und GL) vertreten. Die Geschäftsführung der Impact Hub Zürich AG, welche die operative Leitung des Impact Hubs verantwortet) ist im beschriebenen Setup sogar (endlich) ausgeglichen zwischen Frauen und Männern!

    “übernehmen einen Verein”- Keiner übernimmt den gemeinnützigen Verein Impact Hub Zürich. Das ist weder möglich noch gewollt. Im Verein wählen die Voting Member einen Vorstand, der mit Ausnahme einer “Verbindungsperson” unabhängig von der Impact Hub Zürich AG sein wird. Der gewählte Vorstand verantwortet die Geschäfte im Sinne des Vereinszwecks, welcher seit Gründung unverändert ist und bleibt. Der Verein organisiert weiterhin den Kern des Impact Hubs, nämlich die Community. Die Community Member erhalten im neuen Setup erstmals die Möglichkeit als Vereinsmitglieder auch in der Governance des Vereins mitzureden, Zahlen einzusehen und eine Vertreterin in als Voting Member zu wählen.

    “auf Freiwilligenarbeit basierend” – Im Impact Hub engagieren sich in der Tat viele Freiwillige, die an die Idee und Mission des Impact Hubs und des Co-Manifestos glauben. Allen voran sind das wohl die Gründer, die seit 2009 ununterbrochen über das vereinbarte Mass Energie, Zeit, und Geld in den Impact Hub stecken. Das gleiche gilt aber auch für Teammitglieder, Community Member, Hubonauten und Supporter, wobei der Impact Hub immer darauf wert legt, dass der Einsatz von Freiwilligen angemessen wertgeschätzt und honoriert wird (z.B., dass Hubonauten über den Impact Hub neue Berufsperspektiven erhalten, keine unbezahlten Praktika, etc.). Wir sind dankbar, dass auch oder gerade wegen des neuen Setups sich viele Supporter für den Impact Hub auch zukünftig einsetzen – auch ehrenamtlich.

    “machen daraus eine gewinnorientierte Aktiengesellschaft” – Das stimmt nicht. Wir klären im neuen Setup die Verantwortlichkeiten (und kommunizieren diese transparent) zwischen dem Impact Hub Zürich Verein (welcher im Feb. 2010 gegründet wurde) und der Impact Hub Zürich AG (welche im Jan. 2015 gegründet wurde). Der Impact Hub Zürich wird insgesamt eine hybride Organisation, wie sie im Social Entrepreneurship inzwischen weit verbreitet ist …auch wenn gut 90% der über 100 Impact Hubs weltweit “normale” limited Firmen (also GmbH oder AG) sind. Das gleiche gilt übrigens für 83% der Mitglieder des Impact Hub Zürich.

    “und weitere Subunternehmungen” – Unser erstes sogenanntes Spinoff (was Du wohl mit “Subunternehmung” meinst) war der gemeinnützige Verein Impact Hub Fellowship Association, welchen wir in 2012 gegründet haben. Die Idee war damals wie heute neue Organisationen zu gründen, wenn sie einen bestimmten Fokus haben, ggf. etwas höheres Risiko haben (und die Kernaktivitäten nicht riskieren sollten) und es, vor allem, Teammitgliedern und neuen Kolleginnen/Kollegin ermöglichen sollte, eigene Initiativen als Unternehmer/innen aufzubauen. Damals waren dies Ruth und ich. Später dann bspw. Anais, Björn, und Niels mit Stride. Heute sind dies Lorena, Leana, Isabelle, Isa, Katka und Hanna. Ich rate Dir auch das persönliche Gespräch mit den genannten Personen, um auch auf den folgenden Punkt eine andere Perspektive zu erhalten.

    “verdienen sich dumm und dämlich”- Mh…wo fange ich? Mir liegt fast etwas ironisch auf der Zunge: “Schön wär’s” …aber die Ironie kommt im Geschriebenen kaum rüber. Daher ganz im Ernst: Der Zweck des Impact Hubs ist es zu zeigen, dass eine andere Art des Wirtschaftens möglich ist und andere damit zu inspirieren, dem zu folgen und selbst zu prägen – dies ist unser Fokus für “Social Entrepreneurship” in der Schweiz. Das heisst für uns bspw.: Zusammenarbeit statt nur Konkurrenz, ein menschlicherer Umgang mit Mitarbeiterinnen, nachhaltigere Geschäftspraktiken, mehr Transparenz, ausgeglichenere Vermögensverhältnisse, etc. Ja, die Impact Hub Zürich AG (siehe oben 2.) darf rechtlich Gewinne erzielen und wird dies hoffentlich auch mal tun. Ihr Ziel ist aber nicht die Maximierung des finanziellen Gewinns oder gar die Erhöhung des Shareholder Values (siehe “B-Corp Prinzipien” im Blogpost), sondern versucht neue Wege im Sinne einer nachhaltigeren Wirtschaft und Gesellschaft zu gehen. Dabei hilft es, dass es keine “externen” (Finanz-)Investoren gibt, die Mehrheit immer in aktiver Hand bleiben muss und die Impact Hub Zürich über den Lizenzvertrag mit Impact Hub Global und dem Dienstleistungsvertrag mit dem Verein Impact Hub Zürich deren Zwecke verpflichtet ist. Dies hat zur Folge, dass wenn mal andere Personen am Steuerrad sind und dies anders handhaben wollten, ginge das rechtlich nur mit einer neuen Marke, ohne Coworking Angebot und ohne die Community (- “Viel Erfolg dabei!”, um es doch nochmals ironisch zu versuchen). Momentan ist der Impact Hub Zürich finanziell nicht gut aufgestellt. In 2017 gab es grosse Verluste, 2018 wird ggf. noch schwieriger. Wie im Blogpost beschrieben, ist der Impact Hub sehr gewachsen: 1000 Mitglieder (also der grösste Impact Hub der Welt), mehrere Standorte (die viel Energie und Geld gekostet haben), inzwischen entstehen über 1000 neue Vollzeitstellen pro Jahr in der Hub Community, jeden Tag wird im Hub statistisch ein neues Startup oder Projekt lanciert und die Community Builder und Hubonauten helfen dabei, gut 10’000 wertvolle Kontakte pro Jahr in der Community zu ermöglichen. Dafür sind wir dankbar und darauf sind wir stolz. Jetzt müssen wir das ganze “nur” noch finanziell stabilisieren – nicht, damit jmd. sich “dumm und dämlich verdient”, sondern damit Zürich auch in Zukunft auf eine so wunderbare Community von Macherinnen und Machern, von denen über 80% auf mindestens eines der Sustainable Development Goals fokussiert sind, zählen kann.

    Wie oben geschrieben, sind wir sehr am Dialog interessiert. Wir wagen uns hier (mal wieder) auf ein neues Terrain im Sinne der Zukunft von Wirtschaft und Gesellschaft. Wir haben keineswegs alle Antworten parat und sind froh über den Diskurs.

    In diesem Sinne, ein schönes Wochenende und bis hoffentlich bald

    Christoph

  3. Zipporah says:

    Hey Christoph,

    Congratulations on the growth of Impacthub and the exciting projects for the coming year.

    One thing that occurred to me when I read your blog, was you wrote very openly about the experiences you faced as a team, the reflection that followed and your efforts towards transparency.

    It is safe to say, the blog was a pleasant surprise and commendable because of the honesty and also the drive to remain true to your mission as a group (co-manifesto). It was a great lesson for the community and for myself and I wanted to let you know that. Its not often that you read this!

    So I do wish you and the team all the best with the community first strategy, the entrepreneurial efforts and in selecting the community representative.

    It looks like it will be a great and busy year and with the new strategy/focus, it will be ultimately rewarding!

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