Teilzeitmann: “Rethink Work – Was wir aus Arbeit gemacht haben”

Andy Keel · 5 min · 1 year ago

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Der Impact Hub – und die unzähligen Startups – sind Vordenker einer neuen Arbeitskultur. Doch wie sieht die Realität in Konzernen aus? Und was sind Auswege?

 

Charly Chaplin kritisierte es schon

Mitarbeiter werden in vielen Unternehmen und Konzernen wie Maschinen behandelt. Werden Sie krank – werden sie ausgetauscht oder in der Burnout-Klinik repariert. Nicht selten sind Manager Menschen-Hasser statt Menschen-Liebende, denn je grösser die Führungsspanne – desto grösser der Lohn. Unternehmen sperren Ihre Mitarbeiter im Unternehmen ein (Präsenzkultur), führen immer noch militärisch orientiert – oder sagen wir hierarchisch – und glauben, ohne MBO und Bonus/Malus lässt sich ein Unternehmen nicht führen.  Und einmal im Jahr fragen sich dann die gleichen Manager bei einem Retreat, warum es so wenige Frauen & Diversität im Unternehmen hat.

 

Die Klugen

Schweizer Unternehmen wie Thomann Nutzfahrzeuge oder Ergon Informatik haben längst erkannt, dass Mitarbeiter mitbestimmen wollen. Dass gemischte Teams mehr erreichen und besser kommunizieren. Dass durch flexible und mobile Arbeitszeiten der Output und Zufriedenheit steigt und die Lohnkosten sinken. Sie erkennen, dass die fähigsten und leistungsfähigsten Mitarbeiter zwischen 30 und 50 sind – dass man in diesem alter Familie bekommt. Ergo werden Mütter und Teilzeitväter besonders gefördert und nicht schikaniert. Was ist dabei (ausser SECO Vorschriften), wenn man am Mittwoch Nachmittag mit den Kindern im Hallenbad ist und am Sonntag Nachmittag bei Regen mit Muse ein Konzept schreibt?

Eine #Vertrauenskultur führt zu einer effizienten Funktionsweise und Kommunikation im Unternehmen. Einige Unternehmen gehen sogar soweit und machen Ihre Löhne transparent.

 

Wir leben nur einmal

Was nach der vielen Arbeit am Ende von einem Arbeitsleben bleibt, ist die Erinnerung an eine gute (oder schlechte resp. verpasste) Zeit. Viele von uns haben komplett verlernt, auf sich selber zu hören. Die eigene Freiheit, Seelenfrieden und Familie am höchsten zu bewerten. Wir sind soweit deformiert, dass wir uns als Söldner sogar selber eine zusätzliche Woche Ferien (vgl Volksabstimmung 2014 in der Schweiz) verweigert haben. Muse für’s Leben ist etwas anderes…

Doch die Anzahl derer, die nicht auf einen guten und spannenden (Konzern-) Job verzichten möchten steigt täglich. Heute führt der Ausweg oft über die Selbständigkeit – doch die Zahl der Firmen welche Ihre Arbeitsweise überdenken steigt täglich. So öffnen sich Firmen wie AXA, Swisscom oder SIX zunehmend, schaffen durchgängig mobile Arbeitsplätze, mieten sich in Coworking Spaces wie dem Impact Hub ein und überdenken Ihre Führungsgrundsätze.

Und schlussendlich schaffen sie auch qualifizierte Teilzeitstellen um insbesondere Frauen in ihren Reihen zu halten. So ist die Zahl der Teilzeitjobs auf www.teilzeitkarriere.ch von 2010-2015 von 4000 auf über 15‘000 täglich gestiegen. Und ein weiterer Megatrend wird von Unternehmen immer deutlicher erkannt: Alleine 2013&14 gab es in der Schweiz netto 70‘000 Teilzeitmänner mehr. Denn viele Männer möchten in der Familie eine aktive und präsente Rolle übernehmen. (vgl www.teilzeitmann.ch)

 

Es zeigen also viele Indikatoren zu einer eigentlichen Revolution der Arbeit. Meines Erachtens wird sie sogar soweit führen, dass wir die Messgrösse „Lohn pro Stunde“ irgendwann überdenken werden. Denn Impact (insb. im Dienstleistungssektor) kann immer weniger mit (Präsenz-) Stunden gemessen werden.

…bleiben wir gespannt!

Andy Keel, 36, ist ein Impact Hub Member der ersten Stunde, mehrfacher Gründer & Teilzeitmann, ehemaliger Direktor einer Grossbank wendet sich auf seinem www.Innovationsworks360.com Blog immer wieder gesellschaftskritischen sowie www.papa-blog.com Familien...

Andy Keel, Future of Work, Teilzeit Arbeit, Familien

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