Meet the creators: Ella Stuart, Seraina Soldner and Tina Erb from SINGA Switzerland

Sonja Bichsel · 10 min · 26.02.2018

Photos by
Luis Laugga

Disclaimer: SINGA means connection in Lingala – a language spoken in the Democratic Republic of Congo. Where connection is key, language often takes a backseat. Inspired by the SINGA spirit and motivation, we decided to hold our first interview with a team of three in German and English. 

 

We believe that the world’s greatest challenges will never be solved by one person or organization alone. We need to work together! We are introducing our new series #MeetTheCreators with a monthly interview with a member showing his/her impact and work for reaching the sustainable development goals

 

Meet our SDG this month: 

The Sustainable Development Goal Nr 10 wants to reduce inequality within and among countries.

 

Meet our creators this month: 

Members: Ella Stuart, Seraina Soldner and Tina Erb
Organisation: SINGA Switzerland
Stage: Founded and almost through the first cycle of their startup program
SDG: Nr 10 – Reduce Inequalities

 

 

 

 

 

Ella Stuart, Tina Erb and Seraina Soldner from SINGA Switzerland (photo by Luis Laugga).

 

Could you share with us what SINGA does?

Seraina: the main purpose of SINGA in Switzerland is to bring people from refugee and migrant backgrounds – or as we often say “newcomers” and locals together, to create mainly entrepreneurial, but also cultural and social projects together. People who come to Switzerland – for different reasons – often face similar challenges in building their network and social capital. In Zurich, some circles are really closed and when you want to start a business  it helps  to be part of networks. We enable people to access these networks and learn to work with them.

 

Wie sieht euer Angebot konkret aus?

Tina: Unsere Haupttätigkeit ist die SINGA Factory, ein sechs-monatiges Start-Up Programm, das von September 2017 bis März 2018 läuft. Gerade haben wir 8 Teilnehmende, die intensiv daran arbeiten ein Unternehmen zu gründen. Das machen wir über wöchentliche Workshops zu diversen Themen rund um die Unternehmensgründung und ein Mentoring Programm.  

 

Who are the SINGApreneurs?

Ella:  The SINGApreneurs are a really mixed group. They are all highly skilled, some of them have MBAs and some of them have started a business in their countries of origin. They come from Kosovo, South Africa, Afghanistan, Ethiopia, Syria, Indonesia, Belgium and Eritrea. Originally, we had 10 participants – now we have five men and three women. Their common goal is to stand on their own two feet and build something in Switzerland. They also want to contribute to society.   

Seraina: Wir haben mindestens zwei Typen von Unternehmer*innen im Programm. Serial Entrepreneurs, die es schon immer waren, die fast gar nicht anders können als zu gründen und die auch schon in ihrem Herkunftsland selbständig waren. Dann gibt es auch Gründer*innen, die in der Schweiz, auf Grund von Diplom Anerkennungs-Schwierigkeiten oder Sprachbarrieren Schwierigkeiten haben eine Stelle entsprechend ihrer Fähigkeiten zu finden. Der Schritt in die Selbständigkeit ist dann oft die beste Möglichkeit entsprechend ihrer Talente und Erfahrungen tätig zu werden

(photo by SINGA Switzerland)

(photo by SINGA Switzerland)

 

How is SINGA contributing to Sustainable Development Goal 10 – Reduced Inequalities?

Tina: Wir versuchen die Ungleichheit zwischen Schweizer*innen und Menschen die hierher kommen auszugleichen, in dem wir sie unterstützen, in den Bereichen zu arbeiten, in denen sie ausgebildet wurden. In unserem Programm streben wir darüber hinaus eine 50/50 Balance zwischen Männer und Frauen an.

Ella: We also live our motto and work with people at eye-level. We see them as entrepreneurs and focus on their business ideas and what they enjoy doing, as well as their talents, rather than focusing on their legal status.

 

Was für Erfahrungen machen Eure Trainer und Mentoren in der Arbeit mit den SINGApreneurs?

Seraina: Man sagt ja oft, man behandelt alle Menschen gleich, aber das stimmt nicht immer und das muss man selbst erleben. Jeder einzelne Coach hat bisher gesagt: ich komme gerne wieder, es macht mir Spass und ich lerne hier auch etwas. Bei uns geht es nicht um helfen sondern hier  sind Menschen, die sich gegenseitig etwas beibringen und sich unterstützen. Das verändert die eigene Sicht und das eigene Handeln enorm. Man beginnt Chancengleichheit mit neuen Augen zu sehen und kann reflektieren, wie man sich selbst in bestimmten Situationen verhalten möchte. Wir hoffen natürlich, dass unsere Arbeit mit all den Menschen in der SINGA Factory einen Multiplikatoreffekt erzielt und nachhaltig wirkt.

 

Welches Innovationspotenzial ergibt sich aus der Arbeit mit den SINGApreneurs?

Seraina: Wenn man immer mit den gleichen Leuten zu tun hat, die gleich geschult worden sind und aus dem gleichen Bereich kommen, denkt man nicht mehr out of the box. Daher ist es auch Teil des Projekts, Innovation zu fördern. Neuangekommene haben oft einen neuen Blickwinkel auf die Dinge und können gerade dadurch Innovationen schaffen. Unser Förderer, Engagement Migros – ein Förderfonds der Migros-Gruppe, hat diesen Zusammenhang zwischen Migration, Tech und Innovation erkannt und unterstützt deshalb ein Programm mit dieser spezifischen Ausrichtung. Wenn wir radikal innovativ sein wollen, dann brauchen wir mehr Diversität unter Gründer*innen,

 

(photo by SINGA Switzerland)


Was ist das wichtigste Feedback, das ihr von euren Teilnehmern bisher erhalten habt?

Tina: Sie sind unheimlich dankbar ein Netzwerk aufbauen zu können. Eine Teilnehmerin hat uns gesagt, dass sie die Welt jetzt mit ganz anderen Augen sieht und enorm an Selbstvertrauen gewonnen hat. Das ist natürlich ein grosses Ziel von uns, wieder das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten herzustellen. Das Selbstvertrauen kann gewaltig schrumpfen, wenn man in der Schweiz lange vergeblich nach einem Job sucht.

Seraina: Die Teilnehmenden berichten auch, dass sie einen Einblick in die Wirtschaft und das Unternehmertum in der Schweiz gewonnen haben. Sie verstehen dann, wieso es manchmal hakt, auch wenn sie gefühlt die richtigen Skills haben. Wenn sie dann mit einem Schweizer Investor sprechen, wissen sie viel besser worauf es ankommt. Sie bauen also weitere interkulturelle Kompetenzen auf und eignen sich Soft Skills an. Insbesondere sind sie auch dankbar über Unterstützung, wenn es um rechtliche Aspekte des Gründens geht. Wir haben eine Anwaltskanzlei Wenger & Vieli in Zürich, die für unsere Programmteilnehmenden dazu Workshops anbietet.

 

Was ist für euch als Team die grösste Herausforderung?

Ella: One challenge is communicating and coordinating with so many different people. There can be misunderstandings on really simple things – for example due to language or cultural differences. But it most often ends with a laugh. At the same time working with different people every day makes it very exciting.

Seraina: Für mich ist es eine Herausforderung mit den Erwartungen anderer umzugehen. Das man sehr klar macht, was man bieten kann und was nicht, auch mit den Mentor*innen. Gründen ist nicht einfach. Ich habe das beim Gründen von SINGA selbst erlebt, wie wichtig es ist, dass man Unterstützung bekommt, auch wenn am Anfang noch nicht alles so klar ist. Aber dann muss man auch sagen können – ok, now it’s time to deliver. Für mich ist diese Balance unheimlich herausfordernd.

 

Wie geht ihr mit den Ängsten um, die beim Gründen auftauchen?

Seraina: Natürlich gibt es immer wieder Ängste und diese Gedanken – was wenn es nicht klappt. Manche Leute haben mir gesagt: “Was – ihr  wollt Unternehmer aus Leuten machen, die gerade aus Syrien geflüchtet sind? Das funktioniert nie.” Auf der anderen Seite, finden viele diesen Ansatz sehr spannend und unterstützen SINGA aktiv, das freut uns sehr. Trotzdem hatten manchmal unsere Zweifel, vor allem am Anfang wo man Nächte durcharbeitet für etwas, das es “noch gar nicht gibt”.  Das ist nicht nur easy peasy und cool. Es wird oft genug nur über die Seiten geredet, die toll sind. Manchmal habe ich mich auch mit meinen Sorgen einsam gefühlt. Da ist es war eine Erleichterung mit anderen Unternehmer*innen  sprechen zu können.

 

(photo by SINGA Switzerland)

(photo by SINGA Switzerland)

 

Welche Rolle spielt Finanzierung für die SINGApreneurs?

Seraina: Es ist eine grosse Herausforderung dass die meisten unserer Teilnehmenden zunächst oft kein Startkapital haben. Wir haben zum Glück die Situation, dass wir für SINGA momentan durch Engagement Migros unterstützt wird. Zu wissen, dass man die nächste Rechnung zahlen kann, ist ein riesen Luxus für uns, den viele unserer SINGApreneurs in der Gründungsphase nicht unbedingt haben. Das ist eine harte Realität, die am Ende darüber entscheidet, gründet man oder gründet man nicht, bzw. wie viel Zeit gibt man sich für die Aufbauphase, bis es finanziell laufen muss.

 

What role did the Impact Hub play in contributing to your success?

Ella: The Impact Hub has played a big role in building SINGA from the beginning. A lot of Impact Hub members were with us at our kick-off and helped us brainstorm what SINGA Switzerland would look like. For example Marisa our Community Builder connected us with coaches and partners. The infrastructure at the Impact Hub is also super important for us – our information events have been at the Impact Hub and will be again in April. We also host the SINGA Sprachcafé at Café Auer. Finally, the network that the Impact Hub provides for us and our work is invaluable for our community.

 

(photo by SINGA Switzerland)

 

How could individual Impact Hub members support you even more?

Tina: Was toll wäre, wenn wir eine Möglichkeit finden würden, dass unsere Teilnehmenden für einen für sie zahlbaren Preis hier arbeiten könnten.

(All five of us including Luis the photographer, take a short interview interlude, having an instant mini brainstorm to come up with workable ideas on exchanging or donating membership hours we don’t use. Soon to be discussed with our valued community builders at Impact Hub Zürich ;).

 

Don’t miss the next events from SINGA:

SINGA Factory Closing Event on March 8th 2018

Info Event for potential participants, coaches and mentors of the SINGA Factory: Cycle 2, April 11th 2018

 

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I am a storytelling and communications professional. I support entrepreneurs in the field of innovation, arts and education to put their thoughts into words and express what they contribute to clients, organizations and society with clarity and focus. One conversation at a time we prioritize w...

Sonja Bichsel, Storytelling, Communications, Civic participation, Education & Coaching

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