Meet the creators: David Emmerth from Imagine Cargo

Sonja Bichsel · 5 min · 09.01.2018

Sorry, this entry is only available in German.

Interview in German below // Interview unten auf Deutsch

We believe that the world’s greatest challenges will never be solved by one person or organization alone. We need to work together! We are introducing our new series #MeetTheCreators with a monthly interview with a member showing his/her impact and work for reaching the sustainable development goals

 

Meet our SDG this month: 

The Sustainable Development Goal Nr 17 wants to strengthen the means of implementation and revitalize the global partnership for sustainable development.

 

Meet our creator this month: 

Members:

David Emmerth

Organisation: Imagine Cargo
Stage: Founded
SDG: Nr 13 – Climate Action

 

 

 

 

 

David Emmerth von Imagine Cargo (Foto by Luis Laugga)

 

David, du hast Imagine Cargo mit aufgebaut. Woraus ist die Idee für Imagine Cargo entstanden?

Unsere Annahme war, dass man in den Städten noch viel mehr mit Velos machen kann. Ursprünglich hat das Projekt angefangen sich anzuschauen, wie die Velo-Zug-Velo Logistik in Österreich funktionieren könnte, aufbauend auf ein Modell dass es in der Schweiz schon gab.

Wenn du jetzt sofort etwas nach Bern schicken willst, könntest du bei VeloBlitz oder Swissconnect anrufen. Dann würde in einer halben Stunde der Kurier bei dir vor der Tür stehen, das Paket abholen und es an den Zug bringen. Es wäre in einer Stunde in Bern und in einer weiteren halben Stunde würde es ausgeliefert. Dies ist insgesamt ein toller Service. Die Volumen sind jedoch recht klein da es eine sehr kleine Nische anspricht..

 

Was bietet ihr jetzt, 4 Jahre nach der Gründung euren Kunden an?

Unser Ziel ist es die saubere, faire und smarte Alternative zu FedEx, DHL, DPD, etc zu werden. Pakete sollen soweit als möglich umweltfreundliche mit Zügen, Lastenräder und Elektro Fahrzeugen zu den Kunden gebracht werden. Zum Ausliefern der Pakete setzen wir dabei soweit als möglich auf Subunternehmer. Dies sind grösstenteils Fahrradkuriere. So können wir aktuell Lieferungen in der ganzen Schweiz und mehr als 30 Städten in Deutschland anbieten.

Aktuell bieten wir drei Dienstleistungen an: Zunächst bedienen wir, was man in der Logistikwelt “die letzte Meile” nennt.Das ist die letzte Strecke bis zum Endkunden. In Urbanen Gebieten bietet das Lastenrad grosse Vorteile.

Dann überlegen wir, wie man Züge einsetzen kann um Güter von Stadt zu Stadt zu befördern und Güter in die Stadt zu transportieren. Unsere Vision ist es, dass das auch ohne Lastwagen geht, denn im Moment ist das nicht möglich.

Und dann gibt es Imagine Cargo Supply Chain. Hier überlegen wir gemeinsam mit unseren Kunden wie man ganze Logistik-Ketten neu denken und realisieren kann.

 

Wer sind eure Kunden?

Wir dürfen nicht wirklich verraten wer unsere Kunden sind, aber es sind ganz unterschiedliche Firmen dabei, von Start-ups bis zu Multinationalen Grossfirmen.

 

Wie trägt Imagine Cargo zu SDG 13 Climate Action bei?

Eigentlich ist das simpel. Wir versuchen Pakete so emissionsfrei wie mögliche durch die Gegend zu schicken, indem wir den Lieferverkehr auf Zug und Velo verlagern.

 

Auf der Webseite sagt ihr, dass ihr bis zu 99% CO2 in der Logistik einspart, wie macht ihr das?

Die 99% erreicht man, wenn man eine Lieferkette bestehend aus mehreren Flügen und Lastwagen durch Züge und Lastenräder ersetzt und die Züge durch umweltfreundlichen Strom betrieben werden. Sind keine Flugzeuge im Spiel ist die Einsparung geringer aber immer noch beträchtlich im vergleich zu fossil betriebenen Lieferketten.

 

Was ist eigentlich der Grund dafür dass wir so viele Güter mit dem Lastwagen oder dem Flugzeug transportieren?

Die Transportmenge war über weite Strecke der Nachkriegszeit an die wirtschaftliche Entwicklung (BIP) gekoppelt. Mit der rasanten wirtschaftlichen Entwicklung hat auch ein grosses Wachstum der transportierten Güter zugenommen. Die Industrie hat dabei jeweils auf die Transportmittel mit dem besten Kosten/Leistungsverhältnis zurückgegriffen. Erst Lastwagen und dann immmer mehr auch Flugzuege für das (inter) nationale Express Business. Bedenken bezügliche der ökologischen Verträglichkeit dieser Transportmittel sind erst relativ neu.

Imagine Cargo bietet eine Alternative für sauberen und fairen Transport. (Foto by Imagine Cargo)

 

Wie hat sich Imagine Cargo seit der Gründung der GmbH 2014 entwickelt?

Am Anfang war Imagine Cargo mehr ein Projekt als ein Geschäft. Ausser dem ursprünglichen Gründer Nick Blake, welcher leider vor kurzem gestorben ist,  konnten die meisten Leute, die jetzt beteiligt sind nie 100% ihrer Energie in ImagineCargo stecken. Auch hatten wir nicht ein team von “ex corporates”, die eine Weile komfortabel von ihrem Bank Konto leben konnten. So konnten wir nie 100% Vollgas geben. Imagine Cargo hat daher lange als Projekt auf der Seite existiert, das wie auf einer Klippe existiert hat. Es gab viele Momente, in denen es auch hätte abstürzen können.

Glücklicherweise haben wir nie aufgegeben. Nach dem Testen von verschiedenen Geschäftsmodellen scheinen wir jetzt eines gefunden zu haben, welches bei den Kunden auf Anklang stösst.

Ausserdem haben wir jetzt dank der Förderung vom Engagement Migros die Möglichkeit ein vierköpfiges Team Vollzeit zu beschäftigen in einem kleinen Büro in der Werkstadt Zürich in Altstetten sowie im Impact Hub Berlin. Insgesamt ist jetzt aus dem Projekt definitiv ein Geschäft geworden. Der Weg vor uns ist allerdings immer noch sehr lang und steinig.

 

Was habt ihr euren Erfolg zu verdanken?

Von Erfolg zu sprechen ist wohl leider noch etwas zu früh aber wir sind mittlerweile sehr zuversichtlich was die Zukunft anbelangt. Wir waren über die Jahre extrem hartnäckig und extrem flexibel.

Am Anfang hängt alles an einer einzigen Chance. Wenn die dann ins Wasser fällt, bist du extrem niedergeschlagen. Mit der Zeit haben wir ein grosses Netzwerk um das Thema Sustainable logisitics aufgebaut. Aus diesem entstand dann irgendwie so eine Art Grundrauschen an verschiedenen kleineren und grösseren Möglichkeiten. Dann ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis sich eine davon einmal konkretisiert. Wenn man dann erste Kunden und Umsätze hat, dann hilft einem das auch sehr bei weiteren Kundengesprächen.

 

Wie ist eure Geschichte mit dem Impact Hub verknüpft?

Nick, der damals Imagine Cargo gegründet hat, hat bei Innovate4Climate von Climate-Kick teilgenommen, das zusammen mit dem Hub als dreistufiges Programm durchgeführt worden ist. Angelehnt an Swiss-Connect, einem Velo-Zug-Velo Logistikanbieter, wollte er etwas ähnliches in Österreich und Deutschland aufbauen. Im Hub habe ich Nick kennengelernt und da ich im Studium als Velokurier gearbeitet habe, habe ich mich mit Nick zusammengetan. Damals war das Projekt noch eng an die Swissconnect Idee angelehnt und die Vision eine Community um die Velokurierszene aufzubauen. Aus den Leuten, die ursprünglich dabei waren ist jetzt eine Teilhabergruppe entstanden.

 

Wie hebt ihr euch noch von anderen Anbietern in der Logistikwelt ab?

Unser Fokus auf möglichst umweltfreundlichen und sozialverträglichen Transport ist sicher unser Haut USP. Natürliche gibt es schon zuhauf Fahrradkuriere aber die sind fast immer sehr lokal. Wir versuchen direkt Grosskunden anzusprechen und können diesesen über das Netzwerk unserer Subunternehmer gleich (inter-) nationale Angebote machen.  

 

Imagine Cargo bietet Services für den Transport in der Stadt, zwischen Städten und für nachhaltige Logistik in Unternehmen. (Foto by Imagine Cargo)

 

Wenn du jetzt noch einmal in der Situation wärst, dich am Aufbau von Imagine Cargo zu beteiligen, würdest du es wieder machen? 

Jetzt würde ich natürlich vieles anders machen und es würde vielleicht nicht so lange an der Klippe herumschiffen. Heute finde ich es natürlich super selbständig zu sein. Und wer weiss was ich in einem halben Jahr sagen werde (David lacht an dieser Stelle mit Zuversicht – und viel mehr Erfahrung.)

 

 

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Sonja Bichsel, Storytelling, Communications, Civic participation, Education & Coaching

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