Erfolgreiche Beziehungen aufbauen mit Radical Collaboration

Martina Schlumpf, Arne Reis · 3 min · 06.11.2017

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Heutzutage ist niemand allein erfolgreich. Die Fähigkeit, Beziehungen zu knüpfen und Allianzen zu bilden ist essentiell, sowohl in Alltagssituationen zwischen Individuen als auch zwischen Projektteams, Abteilungen und Organisationen. Unternehmen ohne ausgeprägte Zusammenarbeitskultur verschwenden Zeit und Ressourcen. Sie sind weniger kreativ und zeichnen sich aus durch höhere Fluktuation, weniger Vertrauen sowie geringere Mitarbeiterzufriedenheit.

Der ehemalige Richter Jim Tamm und der Psychotherapeut Ron Luyet erkannten das Potenzial von beziehungsorientierter Zusammenarbeit bereits in den Achtzigerjahren und bauten darauf die Methodologie Radical Collaboration® auf. Diese basiert auf fünf essentiellen Fähigkeiten, die für eine erfolgreiche langfristige Zusammenarbeit nötig sind:

 

1. Kooperationsbereitschaft

In vielen Unternehmen ist die Arbeit ein täglicher Überlebenskampf. Es bestehen starke Rivalitäten zwischen Kollegen, Führungskräften und unterschiedlichen Abteilungen. Fehler werden verborgen oder anderen in die Schuhe geschoben. Natürlich wird so jedes Vertrauen untergraben. Wie wäre es, wenn wir stattdessen alle verstünden, dass jeder Mensch (meist unbewusst) Abwehrstrategien nutzt, wenn er unter Druck gerät? Wenn wir lernten, sowohl unsere eigenen als auch die „wunden Punkte“ anderer zu erkennen, und ein Klima zu schaffen, in dem sich niemand bedroht fühlen muss? Dann würde auch die Bereitschaft zu echter Zusammenarbeit wachsen.

 

2. Aufrichtigkeit

Auch wenn Lügen gesellschaftlich verpönt sind, nutzen die meisten Menschen sie doch jeden Tag. Oftmals gilt auch im Büro der Grundsatz: „Kleine Unwahrheiten schützen den Betriebsfrieden“, was nichts anderes bedeutet als „Ich traue mir/dir/ihr/ihnen nicht zu, mit meiner Wahrheit umgehen zu können“. Wie wäre es, wenn wir nicht nur gegenüber anderen, sondern auch gegenüber uns selbst das Vertrauen aufbrächten, dass schwierige, offen geführte Gespräche unsere Beziehungen weiterbringen?

 

3. Eigenverantwortung

„Warum übernehmen unsere Leute nicht mehr Verantwortung?“ Es gibt wohl kaum eine andere Wehklage, in die so viele Unternehmensbosse unisono einstimmen würden. Die Antwort ist komplex und schmerzhaft: Weil viele Menschen gelernt haben, dass das Leben recht bequem sein kann, wenn man ständig anderen die Schuld gibt. Und weil viele Unternehmen kaum Anreize für echte Eigenverantwortung setzen. Wie wäre es, wenn jeder von uns im Arbeitsalltag nur zehn Prozent proaktiver agierte?

 

4. Bewusstsein für sich selbst und andere

Ein Grossteil der zwischenmenschlichen Spannungen am Arbeitsplatz ist darauf zurückzuführen, dass KollegInnen unterschiedliche Bedürfnisse und Präferenzen haben. Manche wollen in jedem Meeting dabei sein, andere am liebsten in keinem. Manche wollen möglichst alles selbst bestimmen, andere lieber klare Ansagen bekommen. Manche wollen viel Persönliches teilen, für andere gehört Derartiges nicht ins Büro. Wie wäre es, wenn wir unsere Bedürfnisse und die unserer Mitmenschen besser verstünden und uns flexibler auf unweigerliche Unterschiede einstellen könnten?

 

5. Problemlösung und Verhandlung

Konflikte sind im Arbeitsleben an der Tagesordnung. Die Fronten müssten sich aber nicht so oft verhärten. Wie wäre es, wenn wir uns bewusst würden, dass auch bei vordergründig gegensätzlichen Positionen die zugrundeliegenden Interessen oftmals grosse Schnittmengen haben? Die „Interest-Based Negotiation“ ist hier eine erfolgreiche Methode, um Konflikte zu lösen und Verhandlungen zu führen.

 

Die fünf essentiellen Fähigkeiten für eine langfristig erfolgreiche Zusammenarbeit können erlernt werden. Im dreitägigen interaktiven Training werden ein beziehungsorientiertes Mindset und die nötigen Kompetenzen für eine erfolgreiche Zusammenarbeit vermittelt. Das nächste Training auf Deutsch findet vom 27.-29. November 2017 im Impact Hub in Zürich statt. Impact Hub Members erhalten 20% Rabatt*. Weitere Infos und Anmeldung hier (Link zum Event auf IHZ Website).

*Wenn du am Training teilnehmen möchtest, der Aufwand jedoch für dich finanziell nicht tragbar ist, setz dich mit uns in Verbindung, um in einer „Interest-Based Negotiation“ einen Weg zu finden, trotzdem teilzunehmen: severin@euforia.org

 

Martina Schlumpf ist zertifizierte Radical Collaboration® Trainerin und arbeitet für das Social Business euforia. Ihre Tätigkeitsbereiche liegen im Projektmanagement, in der Kommunikation und in der Facilitation von transformativen Workshops für Jugendliche und Organisationen.
Sie wird das Radical Collaboration® Training gemeinsam mit ihrem euforia-Kollegen Severin von Hünerbein sowie ...

Martina Schlumpf

Arne Reis ist Senior Consultant bei HRpepper und zertifizierter Radical Collaboration® Trainer. Er setzt sich dafür ein, in Unternehmen einen der wichtigsten Faktoren für die externe Wettbewerbsfähigkeit zu stärken: die interne Kompetenz zur Zusammenarbeit – über Silo-, Hierarchie- und Generationengrenzen hinweg.



Arne Reis

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