Better done than perfect – 5 Gründe, warum wir anfangen, bevor alles perfekt ist

Marie Tuil · 6 min · 6 months ago

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Sorry, this entry is only available in German.

Dieser Blog Post ist auch Teil unserer wöchentlichen Startup-Reihe im Zürcher Online Stadtmagazin RON ORP.

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Mitte August, also vor etwa eineinhalb Monaten hatten wir die Idee, unser Lieblingsgetränk in Flaschen zu füllen. Cold Brew heisst es: Kaffee, der mit kaltem statt mit heissem Wasser gemacht wird und deshalb viel aromatischer ist, als normaler Kaffee.

Dass eine Crowdfunding Kampagne für die erste Produktion und einen Markttest ideal wäre, war klar. Problem nur: Wir hatten nur eineinhalb Monate Zeit. Für Ende September war schon eine Reise nach Madagaskar geplant, um neuen Kaffee zu sourcen. Denn das ist, was wir eigentlich machen. Wir importieren Kaffee im direkten Handel mit Kleinbauern, rösten und vertreiben ihn hier in der Schweiz. Einen Teil der Einnahmen nutzen wir, um pro Päckchen (oder neu pro Flasche) ein Kind in der Kaffeeregion zu unterstützen. Seit Juni diesen Jahres gibt es unseren äthiopischen Kaffee in Bohnen, gemahlen oder in bioabbaubaren Nespresso®-kompatiblen Kapseln.

Nun wollten wir ihn also auch trinkfertig in Flaschen anbieten. Die Entscheidung fiel wenige Sekunden nach der Idee: Wir schaffen das.

Getreu unserem Motto „Better done than perfect“ machten wir – wegen des Zeitdrucks – also ein paar Abstriche von unserer Traum-Crowdfunding Kampagne: Mit 8000 CHF haben wir einen relativ kleinen Zielbetrag ausgewählt. Denn je kleiner, desto besser ist er auch ohne grosse Vorbereitung zu erreichen. Die Flaschen, in die wir den Cold Brew abfüllen, sind eigentlich Medizinflaschen, wir haben sie im Internet gefunden und bestellt. Das Etikett habe ich mit PowerPoint entworfen. Und unser Video ist selbst gedreht und geschnitten – das sieht man zwar, aber darauf kommt es letztendlich nicht an. Viel mehr Zeit als ins Video haben wir in endlose Rezeptur-Tests gesteckt. Denn bei einem Getränk darf man natürlich an einem auf keinen Fall sparen: Am Geschmack. Und wenn ihr den testen wollt, tut Euch keinen Zwang an: www.wemakeit.com/projects/cold-brew-a-la-suisse

Hier nun die fünf Gründe, warum wir daran glauben, Dinge lieber schnell, als perfekt zu machen:

  • Die Suche nach Perfektion ist allzu oft nur eine Ausrede für Prokrastination. Natürlich kannst Du alles immer noch ein bisschen verbessern – aber das hört nie auf. Du schiebst nur die Entscheidung „So machen wir das jetzt (erst einmal)“ immer weiter hinaus.
  • Das Gefühl, etwas geschafft zu haben, gibt Energie und Elan für den nächsten Schritt. Und je schneller eine Aufgabe erledigt ist, desto häufiger hat man dieses Gefühl. Das Gegenteil von einem Teufelskreis J
  • Die ersten Einnahmen sind die wichtigsten. Das gilt vielleicht nicht mehr für Facebook, die für die „Better done than perfect“ Philosophie bekannt sind. Für die meisten Startups gilt es aber sehr wohl.
  • Nur Deine Kunden können Dir sagen, ob sie Dein Produkt perfekt finden. Und nur darauf kommt es an. Nutze die Weisheit der Vielen und hol Dir Feedback von genau den Menschen, die am Ende über den Erfolg Deines Vorhabens entscheiden.
  • Kritisches Feedback annehmen fällt viel leichter.

Wenn wir kritisches Feedback bekommen, hören wir oft gleichzeitig Entschuldigungen dafür. Dabei sind wir sind froh über Rückmeldungen. Gerade von den „negativen“ lernt man am meisten! Und weil wir nicht unser ganzes Herzblut in die erste Version gesteckt haben, können wir Kritik viel leichter annehmen.

 

 

Mit ihrem sozialen Startup Direct Coffee importieren Marie und ihr Mann Michael Spezialitätenkaffee aus Äthiopien, um mit einem Teil der Einnahmen soziale Projekte in der Kaffeeregion umzusetzen. Bestellen kann man den Kaffee über ihre Website Marie Tuil, Kaffee (Direct Coffee), Journalsim

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